Gluten, Laktose und Co. Was steckt eigentlich dahinter?

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Glutenfrei und laktosefrei – immer öfter begegnet man diesen Bezeichnungen. Aber was hat das eigentlich genau auf sich?

2015 war das Jahr der Unverträglichkeiten: auf einmal gab es immer mehr Lebensmittel auf dem Markt, die als glutenfrei oder laktosefrei beworben wurden. Dass sich solche Produkte besser verkauften, merken die Lebensmittelfirmen schnell. So wurde bald selbst Dosengemüse als „glutenfrei“ deklariert, obwohl sie von Hause aus kein Gluten enthalten. Was auf Produkten in den Supermärkten schon seit 2012 gesetzlich festgelegt ist, sollte nun auch in Restaurants und bei freien Waren zum Standard werden: mittlerweile müssen die wichtigsten Allergene ausgeschrieben werden. Für alle Menschen mit einer Allergie oder Unverträglichkeit und damit auch für mich als „Neu-Allergikerin“ ein Segen! In den meisten Lokalen hat das Gesetz schon Auswirkungen auf die Speisekarte gehabt und so sind viele Gerichte schon von vornherein als glutenhaltig, laktosehaltig, mit Nüssen o.ä. zu erkennen, was das Auswärts-Essen deutlich einfacher macht.

Warum aber sind Allergien plötzlich so präsent? Gibt es etwa mehr Allergiker? Haben sich unsere Lebensmittel verändert, oder gar unsere Körper? Was steckt hinter dem immer bekannter werdenden Thema? Bevor ich die Diagnose Zöliakie bekommen habe, wusste ich schließlich nicht einmal was Gluten überhaupt ist. Hier erkläre euch euch kurz und knapp was das Alles eigentlich auf sich hat.

Der Trend „Glutenfrei“

Mittlerweile kann tatsächlich von einem „Trend“ die Rede sein. Seitdem sich Stars wie Miley Cyrus, Gwyneth Paltrow und Anne Hathawey öffentlich dazu bekannt haben, sich glutenfrei zu ernähren und sich damit viiiel besser zu fühlen, ist die Nachfrage nach glutenfreien Produkten merklich gestiegen. Gluten ist ein Klebereiweiß, er steckt in verschiedenen Getreidesorten wie z.B. Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel etc. Daher müssen Betroffene unter anderem auf Brot, Nudeln, Kuchen und auf alle Teigprodukte verzichten. Auch in Fruchtjoghurts, Wurst, Fertiggerichten, Schokolade, Saucen und Suppen kann Gluten enthalten sein, da es als Aromastoff und Stabilisator verwendet wird.

Wer Gluten nicht verträgt, bekommt Magenbeschwerden oder Symptome wie Übelkeit und Erbrechen. Außerdem gibt es noch die Autoimmunkrankheit Zöliakie, die bei kleinsten Mengen an Gluten die gleichen Symptome auslöst, aber bei der zusätzlich die Darmzotten angegriffen werden. Dadurch können Nährstoffe nicht mehr richtig aufgenommen werden und der Entzündungszustand im Körper kann zu weiteren Krankheiten und sogar zu Krebs führen. Medikamente dagegen gibt es leider nicht, einzig eine glutenfreie Ernährung kann das Krankheitsbild verbessern.

Allerdings gibt es auch diejenigen, die nur auf Gluten verzichten, weil sie abnehmen möchten. Klar, wer keine Pizza, keinen Kuchen und keine Nudeln mehr isst nimmt ab. Das hat aber wenig mit Gluten zu tun! Vielmehr ist die dadurch bedingte kohlenhydratarme Ernährung verantwortlich. Schließlich sind in den meisten Getreidesorten viele Kohlenhydrate und damit viele Kalorien enthalten. Wer abnehmen möchte, muss daher nicht auf Gluten verzichten. Schließlich sind z.B. Vollkornprodukte sehr gesund! Menschen, die tatsächlich kein Gluten vertragen, müssen sich diese wichtigen Nährstoffe stattdessen durch andere Produkte zuführen. Wer also gesund ist und sich ohne Beschwerden oder ärztliche Nachweise einer Zöliakie glutenfrei ernährt, wird – zumindest durch den Glutenverzicht – keine großen Vorteile zu spüren bekommen. Vielmehr ist das bewusstere Essen und das Weglassen von schweren Gerichten Grund für die Besserung.

 

Der Trend „Laktosefrei“

Was Laktose ist, wissen wir mittlerweile schon länger. Menschen, die Laktose nicht vertragen, können den Milchzucker nicht richtig verarbeiten und müssen daher auf Milchprodukte verzichten. Nehmen sie trotzdem Milch, Joghurts und Co zu sich, müssen sie mit unangenehmen Beschwerden wie Magenkrämpfen rechnen. In Fällen, wo die Betroffenen nicht auf den Verzehr von Milchprodukten verzichten wollen oder können, ist es möglich das Enzym Laktase in Tablettenform zu sich zu nehmen und dadurch den Milchzucker besser spalten zu können.

Ebenso wie die glutenfreien Produkte, nehmen auch die laktosefreien Produkte in den Supermarktregalen zu. Das liegt nicht an der Zunahme von laktoseintoleranten Menschen, sondern hängt vielmehr damit zusammen, dass wir sehr viel genauer auf unseren Körper achten und schon die geringsten Symptome wahrnehmen und sie einem Krankheitsbild zuordnen wollen. Selbes gilt auch für Glutenunverträglichkeiten, die nicht explizit vom Arzt bestätigt wurden. Auch bei Laktose gilt: wer nicht tatsächlich betroffen ist, ernährt sich durch den Verzicht auf Laktose nicht gesünder!

 

Fazit:

Gluten und Laktose sind nicht „böse“ und schädigen euren Körper auch nicht grundsätzlich! Nur, wer tatsächlich allergisch, unverträglich oder krank ist, sollte auf sie verzichten. Andernfalls verweigert ihr euch nur unnötig etwas, was ihr doch sonst wunderbar genießen könntet! Also macht euch doch mal wieder ein schönes Käsebrot 😉

Seid ihr auch von Zöliakie, einer Glutenunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz betroffen? Wie geht ihr damit um?

 

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