Meine 5 besten Reisetipps für die Ostküste Floridas

Florida

2 Monate Florida standen mir bevor – und damit freute ich mich auf weite Strände, leckere Burger, herzliche Menschen und viel Sonne. Ganz viel Sonne, schließlich ist Florida ja der Sunshine-State der USA! Erst einmal ging es aber in die nördlichen und nicht ganz so heißen Regionen des kleinen Staates, genauer gesagt nach Orlando an den Flughafen. Von dort aus waren es nur noch 2 Autostunden bis zu meinem neuen Zuhause für die nächsten vier Wochen – Gainesville. Hier sollte ich ein Praktikum für meine Uni absolvieren und danach war eine Rundreise an der Küste Floridas geplant. Gesagt, getan: ich fand mich in einem 125.000-Einwohner Städtchen wieder, das immerhin die größte und älteste Universität des Staates zu bieten hat. Auch wenn es in Gainesville keine besonders außergewöhnlichen Highlights zu entdecken gibt, fühlte ich mich in der kleinen Studentenstadt schnell wohl. Schließlich war sie wegen der 50.000 Studierenden auf junge Leute ausgerichtet. Die üblichen Freizeit- und Ausgehmöglichkeiten waren also schon einmal vorhanden. Außerdem ist der Ort ein hervorragender Ausgangspunkt für viele Ausflüge die alle nicht mehr als 200km entfernt sind: so ist man im Nu in Orlando, Daytona Beach, St. Augustine und Ocala. Während ich unter der Woche in einer Tierrettungsstation Hunde und Katzen aufpäppelte, fuhren wir spätestens am Wochenende oder nach der „Arbeit“ in die angrenzenden Orte. Nach den vier Wochen ging es dann weiter weg – über Palm Beach und Fort Lauderdale bis nach Miami, auf die Florida Keys, durch die Everglades, nach Tampa und Clearwater Beach und zurück dort hin, wo alles begann: Orlando.

Hier stelle ich euch meine 5 Reisetipps für die Ostküste Floridas vor.

Die Ostküste

1. Harte Jungs in Daytona Beach:

Da ich mein Reisevergnügen im Februar startete, befand sich halb Florida gerade im Springbreak und damit im Ausnahmezustand. Natürlich kannte ich die berühmt-berüchtigten Szenen aus Filmen wie „22 Jump Street“ oder „Springbreakers“, in denen wilde Partys mit halbnackten Menschen und viel Alkohol am Strand, auf Schiffen oder bei Hauspartys gefeiert werden. Das gibt es tatsächlich – allerdings unterscheidet sich das Feiern nicht besonders von den uns bekannten Saufgelagen in Mallorca oder Lloret de Mar. Nur dass darüber keine Filme gedreht werden. Aber das ist halt Amerika! Einer der Hotspots der Springbreak-Szene ist Daytona Beach. Neben dem feiernden Volk gibt’s dort aber auch noch mehr zu sehen: besonders bekannt ist die Stadt für seine Rennstrecke (der International Speedway), auf der von Januar bis März ständig Rennveranstaltungen stattfinden. Wer also auf Harley-Davidson und harte Jungs steht, sollte in dieser Zeit zu einer Bike Week nach Daytona Beach fahren! Am Besten samt Zweirad-Gefährt. Aber auch mit dem Auto lässt es sich in dieser Stadt gut auskommen – auf dem kilometerbreiten und selbsternannten „most famous beach“ kann man mit Sack und Pack im Auto auf den Strand fahren. Jaja, die Amis und ihre Bequemlichkeit…

2. Kanufahrt durch den Dschungel in Ocala:

Ocala war definitiv eines meiner Highlights! Wer an die Natur Floridas denkt, dem fällt wahrscheinlich zuerst endlos weites Sumpfland ein. Dass der Bundesstaat aber auch ein riesiges subtropisches Waldgebiet mit unzähligen Flüssen und einer reichen Tierwelt hat, das wissen wahrscheinlich die Wenigsten. Der Ocala National Forest bietet all das! Mit einem Kanu wollen wir durch die Flüsse im Westen des Waldes fahren. Als wir an dem Bootsverleih ankommen, müssen wir eine Verzichtserklärung unterschreiben – falls etwas passiert kann der Verleih nicht angeklagt werden. Aber was soll in dieser märchenhaften Umgebung schon Gefährliches passieren? Ohne weitere Einweisung befinden wir uns schon auf dem Wasser und fahren durch eine großartige verwunschene Landschaft, vorbei an bunten Vögeln und riesigen Schildkröten. Begleitet werden wir von merkwürdigen Geräuschen und entdecken dann woher sie kommen: in den Wäldern haust eine verwilderte Affenpopulation. Sie springen von Baum zu Baum als würden sie eine Akrobatik-Show nur für uns bieten wollen. Ich komme aus dem Staunen über diese schöne Natur- und Tierwelt nicht raus. Kurz überlegen wir, ob man nicht auch im Wasser schwimmen könnte als sich plötzlich etwas neben uns im Wasser bewegt – es ist ein Alligator, der sich gemütlich auf den Weg zum Ufer macht. Okay, die Verzichtserklärung macht jetzt Sinn. Allerdings scheint der Alligator nicht besonders gefräßig zu sein und kümmert sich zum Glück herzlich wenig um uns. Auf der weiteren Tour entdecken wir immer wieder ein paar Krokodile, mal groß mal klein – man muss nur genau hinschauen. Nach ca. 1 1/2 Stunden Kanufahrt kommen wie heile am Endpunkt an und sind um großartige Eindrücke reicher.

Florida

3. Back to the roots in St. Augustine:

Die älteste von Euopäern besiedelte Stadt der USA – mit Superlativen kann man mich locken. Die Stadt wurde von einem spanischen Admiral im Jahr 1565 gegründet und ich bin erstaunt wie viel von den spanischen Einflüssen tatsächlich noch zu spüren sind. Die kleine Stadt ist ganz anders als ich es von den typisch amerikanischen Städten gewohnt bin. Ich fühle mich wie in Spanien: die Verzierungen an den historischen Häusern, die spanischen Straßennamen, die alten Gebäude. Es gibt sogar eine gepflasterte Fußgängerzone, die St. George Street, was in den USA sonst sehr selten zu finden ist. Im Oldest Wooden Schoolhouse lassen sich vergangene Schultage aus dem 18.Jahrhundert nachempfinden. Nicht viel Platz im kleinen Klassenzimmer, während der Lehrer mit seiner Frau im Obergeschoss wohnte… Aber das ist ja nun schon lange her. Heutzutage wird trotzdem sehr darauf geachtet diese historischen Schätze in Stand zu halten und den alten Charme zu bewahren. Die Altstadt ist auch mit einer nostalgischen Bimmelbahn oder per Kutsche zu bewundern. Neben all den europäischen und geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten gibt es aber auch etwas Florida-Typisches zu sehen: ein weiter weißer Sandstrand.

4. Stadt der Millionäre – Palm Beach:

Schon der Name lässt träumen. Hohe Palmen, weiße Strände, große Villen, viel Grün. Japp, kann ich so bestätigen. Allerdings ist mehr Grün als Villa zu sehen, denn die teuren Anwesen werden durch hohe Zäune und Hecken und viele Überwachungskameras vor neugierigen Blicken geschützt. Oprah Winfrey, Donald Trump und die anderen Millionäre möchten wohl eher in Ruhe gelassen werden. Die Einkaufsmöglichkeiten sind auch nicht unbedingt für den kleinen Geldbeutel gedacht. Aber kein Wunder, nirgends auf der Welt wohnen so viele Millionäre auf einem Fleck wie in Palm Beach. Wer einfach nur sehen möchte wie die Reichen leben, der kann in der 105 Kilometer nördlich von Miami gelegenen Stadt viele Eindrücke sammeln.

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5. „I’m in Miami Bitch!“:

Genau mit diesem Songtext im Ohr machten wir uns von Palm Beach, mit einem Zwischenstopp im ebenso schönen Fort Lauderdale, auf den Weg nach Miami – eine Stadt die für mich Glamour, Poolpartys und lange Nächte bedeutete. Tatsächlich bietet Miami all das. Ich war überwältigt vom Lichtermeer der Stadt, als wir über die Brücke nach South Beach fuhren und danach in den pompösen Clubs feierten. Aber Miami hat auch eine andere Seite. Es herrscht viel Armut auf der Straße und ein Großteil der Bevölkerung sind Lateinamerikaner, die mit vielen Vorurteilen zu kämpfen haben. Viele können nicht einmal englisch sprechen, selbst in den Cafés und Restaurants wird teilweise nur spanisch gesprochen. Trotzdem kann man natürlich gerade als Tourist eine großartige Zeit in Miami haben und mit dem nötigen Kleingeld werden einem alle Wünsche von den Augen abgelesen. Der Club Mansion ist direkt vom Ocean Drive zu erreichen und bietet viel, allerdings wird dafür auch viel Geld verlangt. Hier haben wir wohl das teuerste Bier überhaupt getrunken! Wer das richtige Miami-Feeling aber einmal spüren möchte, sollte sich eine Partynacht in dem Club trotzdem nicht entgehen lassen.

 

Favourites & Facts:

  • Daytona Beach: Es gibt mehrere Zufahrten um mit dem Auto auf den Strand zu fahren. Das Ticket kostet 5$ und gilt für den ganzen Tag.
  • Ocala: Lust auf Kanufahren bekommen? In Ocala z.B. bei Discovery Kayak Tours | NE 57th Ave, Silver Springs
  • St. Augustine: Sehenswert ist das auffällige Gebäude des Flagler Colleges in St. Augustine. Eine Tour durch die Gemäuer samt Speisesaal und Flager-Room ist für 8$ möglich, ebenso eine spannende „Ghost Tour“ bei der Geschichten und Mythen über vergangene Zeiten erzählt werden.
  • Palm Beach: Die Restaurant-Kette Cheesecake Factory gibt es auch in Palm Beach und ist für mich ein Muss bei einer Amerika-Reise! Neben den zig verschiedenen Käsekuchensorten gibt es auch großartiges Essen: Farfalle with Chicken und Roasted Garlic und das Steak Diane sind unbedingt zu empfehlen! Cheesecake Factory | 701 S Rosemary Ave, West Palm Beach
  • Miami: Der Club Mansion versprüht Miami Feeling pur. Er ist fußläufig vom Ocean Drive zu erreichen und bietet spektakuläre Shows, aber ist auch dementsprechend teuer. Mansion | 1235 Washington AveSouth BeachMiami

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2 Comments

  • Hallo Lara,

    wir sind Felix und Moritz (30J) und machen gerade eine fünfwöchige Tour durch die USA mit am Ende 12 Tage Florida (6 davon an der Ostküste). Wir haben gerade deinen Floridabericht gelesen, der uns gut gefallen hat. Wir wollten Dich fragen ob Du außer Miami an der Ostküste Orte mit guten Stränden empfehlen kannst mit auch einigen Ausgehmöglichkeiten? Ist Daytona Beach empfehlenswert oder wie ich jetzt gehört habe n bisschen zu trashy? Die extreme Tour a la Lloret de Mar muss nicht unbedingt sein, aber wenn gut was los ist wäre das schon wünschenswert;)..

    Vielen Dank im Voraus!

    • Hey Moritz und Felix,

      freut mich, dass euch mein Beitrag gefallen hat!
      Was ich persönlich noch empfehlen kann ist Fort Lauderdale an der Ostküste! Da kann man abends auch ganz gut weggehen, ohne dass es zu trashy ist (wie in Daytona Beach) und der Strand ist ebenfalls sehr schön! Die Outdoor Parties im „America’s Backyard“ mit großem Aussenbereich sind dort meistens ganz cool!

      Ich beneide euch auf jeden Fall, dass ihr dort gerade unterwegs seid! Habe auch schon wieder Fernweh 😉

      Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig helfen und wünsche euch noch ganz viel Spaß auf eurer Tour! Lasst hören, wie es war!

      Viele Grüße,
      Lara

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