Mystisch, magisch, mysteriös – meine Top 5 Island Highlights

Sehenswürdigkeiten in Island

Island – für mich schon immer eines meiner Traumziele und ganz weit oben auf meiner „Bucket-List“. Ich stellte mir weite Landschaft vor, klirrende Kälte und eine Natur, bei der man sich der Naturgewalten erst richtig bewusst wird: heiße Quellen, mächtige Geysire, kräftige Wasserfälle, große Vulkankrater, magische Nordlichter und riesige Gletscher. Meistens sind die eigenen Erwartungen viel zu hoch und oftmals auch naiv, aber nicht so in Island – all meine Vorstellungen wurden genauso erfüllt. Island ist tatsächlich eines der atemberaubendsten Länder, die ich bisher gesehen habe. Es erfüllt eine so große Bandbreite an unterschiedlicher Natur und vereint auf einer magischen Weise die größten Gegensätze: kalte und verschneite Luft gegen heißes brodelndes Wasser, eisige Gletscher gegen Vulkane, die zum Teil noch aktiv sind.

Where to go in Iceland

Dampfschwaden und Schwefelgeruch

Die vulkanische Aktivität wird einem aber nicht nur durch die karge Landschaft und durch die Dampfschwaden über einigen heißen Quellen bewusst, sondern sogar im eigenen Haus – selbst das Wasser aus dem Wasserhahn hat einen leichten Schwefelgeruch, der nach faulen Eiern riecht. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, genauso wie daran, dass man für ein Essen umgerechnet mindestens 25€ pro Gericht hinblättern muss. Island ist schließlich eine Insel, zu der die meisten Lebensmittel über einen aufwendigen Wasserweg gebracht werden müssen. Die spektakuläre Natur entschädigt aber für alles, denn sie zeigt, dass sie sich niemals von Menschen zähmen lässt. Auch das Wetter ist unberechenbar, es wechselt manchmal von strahlendem Sonnenschein in einen Schneesturm, ohne dass man damit rechnet.  

Iceland, I will be back!

Leider hatten wir für unseren kurzen Island-Urlaub nur 5 Tage. Viel zu wenig, um diese faszinierende Vulkaninsel zu sehen. Also mussten wir uns auf ein paar Highlights beschränken und wollten unsere Tage auch nicht zu voll packen. Einige Punkte auf meiner Bucket-List konnte ich trotzdem abhaken, andere müssen beim nächsten Mal unbedingt noch gemacht werden. Ich komme also auf jeden Fall wieder!

Das waren meine 5 Highlights auf unserer Island-Reise:

1. Blue Lagoon

Die Blue Lagoon ist die wohl bekannteste Attraktion in Island. Ein typischer Touri-Anlaufpunkt, dachte ich auf dem Flug nach Reykjavik. Letztendlich hat es mich aber viel mehr begeistert, als ich erwartet hatte. Denn obwohl viele Touristen das Geothermal Spa besuchen, ist es nicht überfüllt und man hat genug Platz um sich abseits der Masse im warmen und dampfenden Wasser zu erholen. Das liegt daran, dass immer nur eine bestimmte Anzahl an Personen in das Thermalbad gelassen werden und das Bad insgesamt sehr groß und weitläufig ist. Übrigens könnt ihr die Tickets nur online vorab buchen und ihr solltet dabei schnell sein, denn oftmals ist schon alles ausverkauft.  Wir hatten Tickets für 16 Uhr bekommen, was zu dieser Jahreszeit genau die richtige Uhrzeit war. So konnten wir das Bad noch im Hellen sehen und den Sonnenuntergang vom Wasser aus beobachten, bis es gegen 17 Uhr dunkel wurde und dem Ganzen eine ganz besondere Atmosphäre verlieh. Das hellblaue Wasser entsteht durch Kieselalgen und Mineralsalze die darin enthalten sind. Allein schon der Anblick ist toll, denn so eine intensive Farbe habe ich im Wasser noch nie gesehen. Das Wasser hat aber außerdem eine heilende Wirkung für Menschen mit Hautproblemen. Dazu bekommt jeder gratis eine Gesichtsmaske, die er sich selbst auflegen kann und nach 15 Minuten ganz einfach im Wasser abwäscht. Auch nett: es gibt eine Wasserbar, zu der man schwimmen kann und sich dort mit leckeren Smoothies, Säften oder auch alkoholischen Getränken versorgen kann. Mit einem Smoothie in der Hand im warmen, dampfenden Wasser umringt von einer unwirklichen Landschaft den pinken Sonnenuntergang zu beobachten war definitiv mein Highlight auf Island!

2. Golden Circle: Vulkankrater Kerio und Geysir Strokkur

Der Golden Circle ist eine beliebte Reiseroute, bei der man während eines Tagesausflugs die beliebtesten Sehenswürdigkeiten Islands sehen kann. Es gibt zwar Busse, mit denen man diese Highlights abfahren kann, aber ich finde es immer schöner flexibel zu sein und auf eigene Faust das Gebiet zu erkunden. Deswegen haben wir uns ein Auto gemietet und uns eine eigene Strecke entlang des Golden Circle festgesteckt. Unser erster Stop führte uns zum Ertränkungsbecken Drekkingarhylur, in dem im Mittelalter Todesurteile durch Ertränken an Frauen vollstreckt wurden, die der Unsittlichkeit beschuldigt waren. Keine schöne Vorstellung… Also machten wir uns weiter auf den Weg zum Vulkankrater Kerio, der in seinen roten und gelben Farben und mit dem Kratersee in der Mitte wunderschön aussah und definitiv einen Besuch wert ist! Von dort ging es weiter zum großen Geysir Strokkur, mit dem ich einen Punkt von meiner Bucket-List streichen konnte: einen Geysir ausbrechen sehen. Wirklich ein tolles Naturschauspiel! Ungefähr alle 10 Minuten findet eine Eruption statt und man weiß nie genau wann er ausbricht. Das erste Mal kam so plötzlich, dass keiner von uns darauf vorbereitet war. Das zweite Mal standen wir zu nah dran und wurden nass, bis wir beim dritten mal den Ausbruch dann endlich aufs Video bekamen.

To Do in Island

3. Golden Circle: Gullfoss Wasserfall

Ein weiteres Highlight auf dem Golden Circle war der Gullfoss Wasserfall. Er besteht aus zwei Stufen, die 11 und 21 Meter hoch sind und damit eine Menge Wasser hinabstürzen lassen. Als wir dort ankamen, wechselte es gerade von strahlendem Sonnenschein in einen heftigen Schneesturm, sodass wir ihn kaum sehen konnten. Das hatte aber auch etwas für sich, denn so einen starken Schneesturm hatte ich noch nie erlebt! Man konnte sich gegen den Wind kaum halten und mein Mascara war nach dem ganzen Schnee im Gesicht komplett verwischt. Trotzdem, oder gerade deswegen, war der Wasserfall ein ganz besonderes Erlebnis.

4. Secret Lagoon

Die Secret Lagoon steht normalerweise nicht auf dem typischen Rundreiseplan des Golden Circles. Da ich aber unbedingt noch in einer natürlichen heißen Quelle baden wollte (die Blaue Lagune entspringt nicht der Natur), und die Secret Lagoon auf dem Weg zurück nach Reykjavik lag, machten wir dort unseren letzten Stop. Hier kann man im 38-40 Grad heißem Wasser umgeben vom Dampf der heißen Quellen baden. Es war teilweise sogar so heiß, dass wir uns fast verbrannt haebn. Es gibt eine kleine Umkleidekabine, in der man sich umziehen kann bevor man durch die eisige Luft in das heiße Wasser springt. Auch hier war der Schneesturm noch spürbar, was das Ganze aber noch besser machte. Bei Schneefall in einer heißen Quelle zu baden ist schließlich kaum zu überbieten!

Highlights auf Island

5. Mitten im Nirgendwo

In Island kann man auch mal ohne konkreten Plan durch die Landschaft fahren und entdeckt auf dem Weg immer wieder spektakuläre Natur. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen einen weiteren Vulkankrater zu besuchen, allerdings kamen wir dort nie an. Der Weg dorthin war nicht besonders gut gepflastert und wir fuhren durch ziemlich steiniges Gebiet, bis wir uns kurz vor der Dämmerung entschlossen den Krater sein zu lassen uns stattdessen die Natur mitten im Nirgendwo zu genießen. Die richtige Entscheidung! Auf dem Weg in Richtung Vulkan kamen wir an keiner Menschenseele vorbei, dafür aber an brodelnden und nach Schwefel riechenden Quellen und Vulkanlandschaften mit spitzen schwarzen Steinen und grün bedecktem Moos. Eine ganz eigene Welt! Im Hintergrund konnten wir hohe Berge mit weiß verschneiten Spitzen sehen und hofften darauf Nordlichter zu entdecken. Leider waren an diesem Tag keine zu sehen, aber ich hoffe, dass ich beim nächsten Island-Trip mehr Glück habe und auch das von meiner Bucket-List streichen kann.

Noch auf der To-Do-Liste: Gletscher, Eishöhlen und Eisschollen

Für den ersten Besuch ist Reykjavik auf jeden Fall die richtige Anlaufstelle. Die kleine Hauptstadt mit nur 120.000 Einwohnern ist die Stadt, in der sich für die Isländer alles abspielt und in der über 60% der isländischen Bevölkerung wohnt. Sie hat schöne bunte Häuser, liegt direkt am Wasser und kann mit vielen gemütlich eingerichteten Restaurants und Bars punkten. Wenn man noch ein wenig mehr Zeit hat, sollte man sich aber eine Fahrt an den südöstlichen Teil Islands vornehmen und das Gletschergebiet Vatnajökull sowie die Gletscherseen Jökulsarlon besuchen und dort eine Übernachtung einplanen, weil es ca. 5 Stunden von Reykjavik entfernt ist. Leider hatten wir nicht genügend Zeit um auch noch in dieses Winterwonderland einzutauchen, aber das wird definitiv nachgeholt! Die Bilder der Eishöhle von Vatnajökull im Internet sehen jedenfalls schon atemberaubend aus! Das Ganze wird dann verbunden mit einer Husky-Schlittenfahrt, die ich in meinem Leben auch noch unbedingt erleben will. Das nächste Mal, wenn ich nach Island komme, steht also das Gebiet rund um den Vatnajökull-Nationalpark an!

Ich hoffe euch hat mein Reisebericht gefallen und ihr konntet ein paar Tipps für eure nächste Reise sammeln. Wart ihr schon einmal auf Island? Was hat euch am Besten gefallen? Oder was würdet ihr dort am liebsten sehen, wenn ihr einmal nach Island reist?

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5 Comments

  • liebe Lara,
    es ist so schön deine Reise nochmal hier auf dem Blog nachverfolgen zu können :)
    ich finde Island nämlich auch so ein richtig tolles Reiseziel. zwar muss ich mich als Winter- und Schnee-Muffel ein wenig vor der rauen Kälte da oben fürchten, aber diese unfassbar schön Naturlandschaft reizt mich schon sehr. nicht zu schweigen von dem Möglichkeit an diesem Ort einfach mal runterzukommen und „zen“ zu werden!

    und wie sagt man so schön: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung 😉

    hab einen wunderbaren Abend,
    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/
    https://www.instagram.com/liebewasist/

    • Liebe Tina,
      ja in Island kann man wirklich gut abschalten! Bei so wenig Menschen im Vergleich zu der großen Landschaft… ein Traum! Und du hast Recht, solange man richtig angezogen ist, kann einem die Kälte auch nichts anhaben 😛 ich als Frostbeule kann davon ein Lied singen haha! 😀
      Liebste Grüße,
      Lara

  • Was für tolle Bilder! Obwohl ich eine absolute Frostbeule bin bekomme ich sofort Lust ins nächste Flugzeug Richtung Norden zu steigen. Ich wusste gar nicht, dass man auch in Island Husky Touren machen kann. Das stand eigentlich in Verbindung mit Finnland auf meiner Bucket-List, aber Island ist jetzt definitiv auch in der näheren Auswahl. :)

    Liebe Grüße
    Jana
    http://www.comfort-zone.net

    • Hey Jana,
      haha ja, so ging es mir auch! Ich bin eigentlich auch eine Frostbeule, bis vor Kurzem hätte es mich auch nicht freiwillig in ein kaltes Land gezogen 😀 Aber bei Island habe ich gerne eine Ausnahme gemacht und es hat mich so begeistert, dass ich jetzt mehr im Norden sehen möchte. Freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat, dankeschön!
      Liebe Grüße,
      Lara

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