Oui zu allem – Von der Angst etwas zu verpassen

Wenn man jung ist, stehen einem alle Türen offen. Zumindest ist es das, was die Eltern immer zu einem sagen. Auch wenn  ich früher nicht ganz verstanden habe was damit genau gemeint ist, hörte sich dieses Versprechen immer wundervoll an für mich. Es klang nach Weltreise mit dem VW Bus, nach Schlittenhund-Touren durch das ewige Eis am Polarkreis, nach Preise gewinnen und viele fremde Sprachen lernen. Diese offenen Türen, von der alle reden, waren für mich immer kunterbunt und voller Abenteuer.

Die Möglichkeit, rein theoretisch alles zu tun was ich will, führte allerdings zu einer Art Überforderung. Denn ich merke, dass ich derzeit am meisten Angst davor habe im Alter die Dinge zu bereuen, die ich nie getan habe. Ich denke, dass das nicht nur ein Problem von mir ist, sondern ein generelles (Luxus)-Problem unserer Generation. Schließlich gibt es genau dafür sogar schon einen Begriff: „FOMO“, the fear of missing out. Wir wollen so viel im Leben erreichen, erstellen uns Bucket-Lists mit Dingen die wir noch erleben möchten und planen unseren Sommer schon im Voraus, um wirklich jeden sonnigen Tag komplett auszunutzen. Wir hetzen von einem Event zum nächsten, pfuschen zwischendurch eine Hausarbeit hin, toben uns bei Konzerten aus, frönen nebenbei unserer Selbstverwirklichung und basteln an unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Es ist ein hektisches Leben, das wir uns selbst auferlegen 

Meine Damen und Herren: hier ist sie, die Qual der Wahl!

Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich zu angesagten Events gehe, obwohl ich gar keine Lust habe. Ich gehe nur hin, um dabei gewesen zu sein, schließlich könnte es die beste Party des Jahres werden – auch wenn es im Nachhinein eigentlich gar nicht so besonders war. Aber woher soll ich das wissen, wenn ich nicht hingehe? Ich mache mir selbst Stress, weil ich jede Chance nutzen möchte, zig verschiedene Dinge gleichzeitig machen will, um jede Möglichkeit voll auszuschöpfen. Schließlich wurden wir schon früh von Sprüchen wie „Lebe jeden Tag als wäre es dein Letzter!“ beeinflusst. Also stehe ich da vor meiner Bucket-List, die irgendwie jeden Tag länger wird statt kürzer und habe Angst, dass es für manche Erfahrungen irgendwann einmal zu spät sein könnte.

Woher diese Angst kommt? Vielleicht liegt es an Berlin, dieser Stadt die niemals wirklich schläft, wo man auch unter der Woche jeden Tag tausend verschiedene Möglichkeiten hat sich seine Zeit zu vertreiben. Besonders im Sommer findet gefühlt jeden Tag ein tolles Konzert, ein spannendes Event, eine interessante Ausstellung, ein cooles Festival oder eine angesagte Party statt. Und sollte dem einmal nicht so sein, habe ich mir noch unzählige Orte und Lokalitäten aufgeschrieben, die ich gerne noch sehen und ausprobieren möchte. Zwischendurch zur Ruhe kommen oder sich sogar mal langweilen?! Ist in dem straffen Freizeitplan nicht drin. Auch die Arbeit und das Studium werden halbherzig zwischendurch erledigt, ganz nach dem Motto „Klausuren kann man wiederholen, Parties nicht!“

Vielleicht liegt es aber auch an der Social-Media-Welt. In unseren Instagram- und Facebookfeeds tauchen sekündlich Bilder von Personen auf, die scheinbar noch viel tollere Dinge erleben und noch viel mehr Spaß haben als wir selbst. Wir sind ununterbrochen damit beschäftigt unser Leben mit dem der Anderen zu vergleichen und jeder gebotenen Chance hinterherjagen, dass wir die Gegenwart total verpassen.

Es ist anstrengend ständig diese Angst im Nacken sitzen zu haben

Dieser selbst fabrizierte Stress strengt auf Dauer an. Natürlich ist es schön viel zu erleben, alle Möglichkeiten auszukosten und seine Chancen zu nutzen. Aber viel wichtiger ist es doch den Moment im Hier und Jetzt zu genießen. Sei es tatsächlich bei einem schönen Konzert oder einfach nur Zuhause auf dem Sofa. Es ist schön, Träume und Ziele zu haben. Aber viel wichtiger ist es doch mit dem zufrieden zu sein was man ist, statt unglücklich darüber zu sein, was man alles verpassen könnte. Man muss nicht immer irgendwo sein, auf der nächsten Reise, auf dem nächsten Event. Manchmal sind gerade die Augenblicke besonders erfüllend, die man ganz unspektakulär verbringt, aber dafür mit viel Gefühl. Bei unseren Entscheidungen gibt es kein richtig oder falsch. 

Für dieses FOMO-Gefühl, das mich die letzten Wochen immer wieder gepackt hat, fand ich diesen Statement-Pullover sehr passend. Ich will zu allem Ja sagen, will überall dabei sein. Da aber auch der Körper mal eine Pause braucht, werde ich versuchen die nächste Zeit ruhiger angehen zu lassen. …Zumindest nach der Fashion Week nächste Woche 😉 Ihr bekommt meinen Statement-Pulli übrigens hier. Bei Crämer&Co gibt es aber auch noch viele andere schöne Teile! Ein Besuch auf der Webseite lohnt sich!

Die Angst etwas zu verpassen

FOMO

Problem unserer Generation

Luxusprobleme

Ja Sager

Zu allem ja sagen

Angst etwas zu verpassen

Oui zu allem

Ja zu allem

Generation Y

Statment Pullover

Generation Y FOMO

In liebevoller Zusammenarbeit mit Crämer&Co.

2 Comments

  • Hallo Lara,

    ich gehöre ja dann eher zu der Eltern-Generation, auch wenn ich keine Mutter bin, und ich habe überlegt, ob ich diesen Spruch von früher auch kenne. Leider nein.

    Wobei ich vielleicht auch froh darüber sein sollte, dass es in den früheren jüngeren Jahren viel aufwendiger war, etwas zu tun, viel weniger Menschen außergewöhnliche Dinge getan haben, und wir, die es nicht getan haben, damit ausreichend versorgt waren, den Erzählungen zu dieser einen Sache zu lauschen (und uns vielleicht dann EINEN Traum geschaffen haben, nach dem wir ab dem Zeitpunkt gelebt haben).

    Vielleicht ist dies wirklich alles viel schwieriger geworden, und auch meine Generation hat damit zu tun, nicht allzu langweilig zu wirken, wenn dieses oder jenes nicht im Lebenslauf steht.

    Aber weißt Du was? Ich bin zufrieden mit dem, was ich getan habe und auch dem, was ich nicht getan habe. Ok, ich wäre wirklich gerne einmal nur bei der Loveparade in Berlin dabei gewesen, und sicher gibt es ähnliche Ereignisse, die mir im persönlichen Erleben fehlen.

    Dennoch habe ich nicht wirklich das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Das Zusammensein mit Menschen, die mir wichtig sind, hat immer mehr Raum eingenommen. Diese gemeinschaftlichen Zeiten erfüllen.

    Vielleicht fragst Du Dich mal, was Du tun würdest – wenn Du nur noch ganz kurze Zeit übrig hättest. Was wäre dann wichtig? Das kann helfen. Nur mal so für die Prioritäten. Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns bleibt. Aber es ist wichtig, diese gut zu nutzen. Und das heißt ja nicht, sie einfach nur in Dinge zu stecken, an die Du Dich später gar nicht mehr erinnern möchtest (oder sie sogar vergisst…).

    Liebe Grüße

    Birgit

    • Hey Birgit,

      lieben Dank für deinen Kommentar! Du hast absolut Recht und ich finde deine Herangehensweise toll! Genau zu dieser Haltung möchte ich auch kommen bzw. diese Einstellung habe ich auch jetzt schon, allerdings wird sie im Trubel des Alltags manchmal vergessen.
      Aber wie du sagst, ist es hilfreich sich noch einmal klar zu machen, was einem eigentlich wirklich wichtig ist. Das werde ich in Zukunft definitiv öfter tun!

      Hab ein wundervolles Wochenende!
      Liebe Grüße,
      Lara

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.