Warum ich eine Schönheits-OP hatte

herbstoutfit-bakerboy-hut-herbsttrend-kariertHey ihr Lieben,
ich habe mir meine Ohren anlegen lassen. So, jetzt ist es raus. Ich habe überlegt wie ich diesen Artikel einleiten soll, aber mir fiel nichts Eleganteres ein als einfach gerade heraus damit rauszurücken 😉 Allerdings muss ich dazu sagen: als ich diese „Schönheits-OP“ hatte, war ich gerade einmal 10 Jahre alt. Das ist nun also schon knapp 15 Jahre her und daher weiß ich gar nicht, ob man es unbedingt „Schönheits-Operation“ nennen kann. Denn in dem klassischen Sinne war es keine OP über die ich mir im Vollsten bewusst war, oder bei der ich mir selbst einen Plastischen Chirurgen gesucht und sie aus eigener Tasche bezahlt habe. Ich war schließlich noch ein Kind. Für mich war es immer mehr eine „Schönheits-Korrektur“, obwohl man dabei natürlich auch diskutieren kann, inwieweit es nötig ist etwas zu korrigieren was man von Natur aus hat und was abgesehen von der ästhetischen Komponente völlig einwandfrei funktioniert.

Der Moment, in dem mir mein Makel bewusst wurde und mich nicht mehr losließ

Lange sind mir meine großen und abstehenden Ohren gar nicht so stark aufgefallen und ich habe auch nicht so viele Erinnerungen an die Zeit vor der OP zu diesem Thema. Eine bestimmte Situation ist mir allerdings bis heute im Gedächtnis geblieben und ich schätze sie war der Auslöser, warum in mir der Wunsch aufkam meine Ohren operieren zu lassen. Es war in der 5. Klasse, als ich meine Haare zu einem Pferdeschwanz zurückgebunden hatte und meine Klassenlehrerin vor der ganzen Klasse sagte, dass ich ja sehr große abstehende Ohren habe. Alle lachten. Für mich war das der Moment, in dem ich mir darüber überhaupt erst bewusst wurde. Seitdem ließ mich das Thema nicht mehr los und ich konnte nichts anderes sehen als meine abstehenden Ohren, wenn ich in den Spiegel schaute. Natürlich erzählte ich meinen Eltern davon und wollte nichts sehnlicher, als dass sie daran etwas änderten. Nach einiger Zeit gaben sie nach und ich stellte mich bei einem HNO-Arzt vor, der mit meinen Eltern und mir einen Termin für die OP vereinbarte. Die Kosten dafür trug die Krankenkasse, da ich noch unter 14 Jahre alt war. An die Zeit vor oder direkt nach der OP habe ich kaum Erinnerungen. Das Einzige an das ich mich noch erinnern kann ist, dass im Aufenthaltsraum der Kinder-Klinik „Pretty Woman“ im TV lief und ich den Film am Tag nach der OP mit ein paar anderen Kindern guckte. 

Mein Wunsch nach einer zweiten OP

Damit war mein Ohren-Dilemma aber nicht aus der Welt geschaffen. Noch vor ca. 3 Jahren besuchte ich erneut verschiedene Plastische Chirurgen, da ich mit dem Ergebnis der OP keineswegs zufrieden bin. Ich empfinde meine Ohren immer noch als viel zu groß und oben weiterhin abstehend. Man kann Knubbel in meiner Ohrmuschel fühlen und ich bin der Meinung, dass die OP nicht ordentlich durchgeführt wurde. Ich fuhr für Termine bei akribisch recherchierten Plastischen Chirurgen viele Kilometer in unterschiedliche Städte und machte das meistens heimlich, weil meine Familie mich schon für verrückt erklärt hatte. Von den vielen Schönheits-Chirurgen sagten mir fast alle (ausser einer, der nach 5 Minuten direkt einen OP-Termin ausmachen wollte), dass sie diese OP nicht durchführen möchten. Der Grund war zum einen, dass es „technisch“ nicht möglich war meine Ohren so zu formen wie ich sie gerne hätte und zum Anderen, dass sie meinten ich würde auch nach einer zweiten OP nicht zufrieden sein, da ich mich so in dieses Thema verrannt hatte.

Ich war überrascht und gleichzeitig enttäuscht. Zwar sprach das für ihre Professionalität, da sie nicht jede OP machten nur um Geld zu verdienen. Allerdings platzte damit auch mein Traum endlich schöne Ohren zu haben und sie nicht nur mit meinen Haaren zu verdecken. Denn das tat ich bis dahin jahrelang: ich machte mir nie einen Pferdeschwanz, eine Flechtfrisur, einen Dutt. Ließ es sich nicht vermeiden, z.B. beim Sport, klemmte ich meine Haare mit Spangen über meine Ohren fest, damit zumindest der obere abstehende Teil nicht zu sehen war.

Der Wendepunkt

Auch nach meinem zehnten oder elften Besuch beim Plastischen Chirurgen wollte ich es nicht akzeptieren. Der Wendepunkt kam erst viel später. Denn heutzutage trage ich ganz offen einen Pferdeschwanz, einen Dutt oder andere Frisuren und gehe damit auf die Straße – anfangs eine riesige Überwindung für mich. Ich finde meine Ohren zwar immer noch nicht schön, aber ich habe kein Problem mehr damit, dass andere Menschen sie sehen könnten. Das verdanke ich keinem Plastischen Chirurgen und keiner Schönheits-OP. Ich verdanke es meinem Freund, der mir das nötige Selbstvertrauen gab und mein Selbstbewusstsein wieder aufrichtete. Er sagte mir immer wieder, dass er mich mit Dutt am Schönsten findet und meinte es sogar ernst. In seiner Gegenwart band ich meine Haare immer öfter zurück und er überredete mich schließlich auch damit raus zu gehen. Ich merkte, dass die Leute nicht anders guckten, meine Ohren anstarrten oder mich anders behandelten. Es fiel niemandem auf. Langsam wurde es normal, dass ich mir einen Zopf machte und irgendwann dachte ich nicht einmal mehr darüber nach. 

Hätte ich noch vor 3 Jahren trotzdem diese zweite OP gemacht, wäre ich wohl nicht glücklicher mit dem Ergebnis, sondern nur um einige Tausend Euro ärmer. Vielleicht würden meine Ohren sogar noch schlimmer aussehen und ich wäre wieder auf der Suche nach einem Plastischen Chirurgen. 
Das macht mir immer wieder klar: alles ist eine Sache der inneren Einstellung. Also steht zu euren Makeln, denn sie sind nur in eurem Kopf ein so großes Problem :)

Der bunte Herbst ist da

Auf den Bildern seht ihr mein aktuelles Lieblings-Outfit, das meiner Meinung nach wunderbar zum Herbst passt. Außerdem fühlt man sich ziemlich französisch in dem Look 😉 Ich trage ein schlichtes schwarzes Kleid, eine karierte Jacke, Overknee-Stiefel und eine Baker Boy Mütze, die momentan wieder ihr Revival feiert. In dem Onlineshop www.wenz.de findet ihr alles, was ihr für diesen Look braucht und auch eine lange Variante der Tweedjacke hier. Unten habe ich euch außerdem noch ein paar weitere Alternativen rausgesucht. 

Für die Links zum Outfit ggf. Adblocker deaktivieren. / Please deactivate Adblocker to view all outfit links.

 

kapitänsmütze-kombinieren-outfit-trend-look-bakerboy-hut-schwarzoverknees-kombinieren-schwarze-overknee-stiefelkarierter-blazer-longblazer-zu-overknees-black-hatschiffermütze-kombinieren-schiffermütze-outfit-lookfrench-look-baker-boy-hat-long-blazer

2 Comments

  • Ich finde deine Ohren perfekt, so wie sie sind. Und auch absolut nicht zu groß, abstehend oder sonst was.

    Was mich jedoch leicht schockiert hat, ist die Tatsache, dass einer Lehrkraft so etwas aus dem Mund rutscht!!! :-O

    Liebe Grüße,
    Tani

    • Dankeschön, Tani! <3 Das ist super lieb von dir :)
      Und jaaa, aus der heutigen Sicht betrachtet finde ich das auch ziemlich fehl am Platz, dass eine Lehrerin so etwas sagt.. ich würde gerne mal wissen ob sie sich darüber bewusst ist was so eine Aussage auslösen kann. Aber da wird sie in dem Moment wahrscheinlich nicht drüber nachgedacht haben.. wahrscheinlich wäre es mir dann irgendwann selbst aufgefallen 😀

      Liebe Grüße!
      Lara

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.